Süßigkeiten – und warum wir so schwer auf sie verzichten können

Und so fängt doch jede Story an:
Eigentlich willst du dich ja gesund ernähren. Und außerdem setzen Süßigkeiten an und machen dick. Und gerade erst hast du dich ja endlich fürs Fitnessstudio angemeldet oder bei einem tollen Kurs, der verspricht, dich richtig in Form zu bringen.  Aber dann schaut dich doch die Schokolade so überzeugend an und der Duft vom Kuchen ist doch echt unwiderstehlich lecker! Einmal kann ja nicht schaden, oder zweimal…

Hand aufs Herz, wer kennt das nicht?
Aber können wir denn etwas tun gegen diesen Heißhunger auf Süßes und das Verlangen danach?

Schwer!
Denn Tatsache ist, dass wir schon von Geburt an unseren Geschmack entwickeln.
Was wir mögen oder nicht, legen die Ernährungsgewohnheiten unserer Mutter während der Schwangerschaft und der Stillzeit und unsere eigene im Kleinkindalter fest.
Wir kommen kaum an den Süßigkeiten vorbei: die Eltern essen sie schon mit Vorliebe, die Omi verschenkt sie und dann gibt es da noch die unzähligen Feste und Kindergeburtstage…

Einmal gelernt, das Süßigkeiten Belohnungen sind, können wir es nicht mehr verlernen.
Vielleicht zwingen wir uns dazu die Süßigkeiten nicht mehr zu essen, aber wir lieben sie trotzdem.

Süßes und Fastfood enthalten übermäßig viele Geschmacksstoffe und Kalorien, aber wenig Ballaststoffe. Die vielen Geschmacksstoffe stimulieren unser Gehirn-Geschmackssystem positiv, weil es stark auf Veränderungen im Geruch und Geschmack reagiert, aber Süßes und Fastfood generieren keinen hohen Sättigungswert und lassen uns oft zu viel essen. Emotionen und Gedächtnis tun ein Übriges dazu, dass wir Speisen mit unserem Lieblingsgeschmack nur sehr schwer stehen lassen können.

Gibt es denn noch eine Möglichkeit, das Verlangen nach Süßem zumindest zu reduzieren?

Ja, aber es ist aufwändig.
Stell dir Zucker und Fett wie eine Art Droge vor. Du kannst nicht von heute auf morgen einfach nein dazu sagen und aufhören. Aber du kannst die Dosis langsam verringern und gesünderen Ersatz für deine herkömmlichen Süßigkeiten suchen, wie z.B. statt Milchschokolade dunkle Schokolade.

Das Gedächtnis spielt beim Essen und beim Schmecken eine wichtige Rolle und moderiert förmlich unsere Sinneseindrücke. Wir können auch lernen, Gesundes einfach mehr zu mögen.

Für die meisten Menschen gilt: Essen wir etwas oft genug, verlieren wir die Abneigung dagegen.
Kaffee z.B. schmeckt den meisten Kindern nicht, aber wir lernen als Erwachsene ihn zu trinken und verbinden damit positive Eigenschaften wie wacher zu sein und mit Energie in den Tag zu starten.

Also am besten so oft wie möglich Gemüse und Obst auf den Teller laden und auch das Grünzeug, das wir ungern essen zwischen das beliebtere Gemüse mischen und uns selbst damit konditionieren. Dabei immer daran denken, wie viele wichtige Nährstoffe wir über dieses Essen aufnehmen und schon verbindet das Gehirn etwas Positives mit dem Meerrettich, dem Kohlrabi oder dem Rosenkohl. ♥

Quelle:

Robert Siegler, Nancy Eisenberg, Judy (2014): Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter, S.48

Die Welt

Das gehirn.Info

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